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    Beim „Tag der offenen Tür“ gewährten die Festspiele Breisach Einblicke hinter die Kulissen

    Arbeit, Spaß und Phantasie hinter und auf der Bühne

    Beim Tag der offenen Tür erhielten die Besucher einen interessanten Einblick was hinter den Kulissen der Festspiele auf dem Schloßberg so alles passiert bis die Bühnenakteure ihr Publikum begeistern können.

     

    87 Jahre Festspiele Breisach. Ein halbes Jahrhundert Freilichttheater auf der Naturbühne unter dem Tullaturm. Über 100 Bühnenstücke für Kinder und Erwachsene. 120 Aktive. Allein im vergangenen Jahr 18400 Besucher und über 100 Kostüme. Schon jetzt über 1200 verkaufte Karten für die Saison 2012 – und seit gut drei Monaten einen neuen Vorsitzenden. Zahlen und Fakten genug für einen „Tag der offenen Tür“ fand man bei der Festspielgemeinschaft Breisach. Und so luden die Breisacher Spielwütigen kürzlich alle Theaterinteressierten zum Besuch der atemberaubend schönen Freilichtbühne auf dem Breisacher Hausberg ein. An neun Stationen konnten sich die Gäste der Festspielgemeinschaft davon überzeugen, wie viel Arbeit, Zeit und Engagement eines eingespielten Teams von Nöten ist, um alljährlich zwei Theaterstücke auf die Bühne zu stellen. Die Mitglieder der Festspielgemeinschaft, dessen frisch gebackener Vorstand Ingo Feldmeier die Besucher in „seinem“ Theater willkommen hieß, sind allesamt Laien.
    Allerdings bekommen sie tatkräftige Unterstützung von gestandenen Profis. So wird beispielsweise das Bühnenbild von Stephanie Breidenstein entworfen und als Miniaturmodell vorgebastelt. Erst dann wird die Konstruktion vom routinierten Amateur- Bühnenbauerteam in den festspieleigenen Werkstätten nachgebaut und auf der Open- Air- Bühne installiert. Professionell geht es auch in der Maske des Theaters zu. Die ehemalige Chefmaskenbildnerin des Freiburger Theaters, Brigitte Paulsen- Uhl, verwandelt im Handumdrehen Männer in Pflanzen und Jungs in Außerirdische.
    Weitere Verwandlungen inklusive Zeitreisen gab es in der Nähstube zu bestaunen. In diesem Jahr geht´ s beim Abendstück „Sein oder Nichtsein“ zurück ins Warschau der 30er Jahre. Heuer also eine eher leicht lösbare Aufgabe für das Nähteam um Rita Oslath. Aufwendiger wird einmal mehr das Kinderstück, dessen phantasievolle Kostüme auch in diesem Jahr wieder von Regisseur Peter W. Hermanns entworfen werden. Wer leidenschaftlich sammelt, fühlt sich im Reich von Roland Großklaus zu Hause. Neben Allerlei aus allen Epochen wird in der Requisite alles, was nicht greifbar ist, einfach selbst gebastelt. Auch hier stellt das Kinderstück, das in diesem Jahr mit „Peterchens Mondfahrt“ nicht nur die Herzen von Alt und Jung sondern gleich das Weltall erobert, eine besondere Herausforderung dar. Technikfreunde kommen bei Licht und Ton auf ihre Kosten, denn obwohl die Festspiele ein Amateurtheater sind, geht es bei Ingo Feldmeier, Christoph Libal und ihren jeweiligen Teams höchst professionell zur Sache. Und wenn´ s knallt, funkt, blitzt und donnert sind die Pyrotechniker um Manfred Brockhaus in ihrem Element.
    Wen es jedoch eher auf die Bühne zieht, der hatte beim „Tag der offenen Tür“ Gelegenheit, aktiv an den Proben für die Saison 2012 teilzunehmen und am eigenen Leib zu erfahren, was Lampenfieber heißt. Lampenfieber hat Ingo Feldmeier in seiner ersten Saison als Festspielchef keines, denn er leitet bereits seit 10 Jahren den Bereich Technik. Und die Erfolgsgeschichte der Breisacher Bühne macht auch wenig Grund zur Sorge. Absolute Renner waren 1994 die „Dreigroschenoper“ oder 2009 das Musical „Anatevka“, berichtet Andrea Löwl, die für die Öffentlichkeitsarbeit bei den Festspielen zuständig ist. Wirkliche Flops habe es allerdings nie gegeben. Generell eignet sich eine Freilichtbühne aber eher für humorige Stücke. Und natürlich spielt auch das Wetter eine Rolle. „Gespielt wird bei fast jedem Wetter. Abgebrochen wird nur, wenn Gefahr für Darsteller oder Zuschauer besteht oder die teure Technik zu ertrinken droht“, so Löwl über die nahezu wetterfesten Darsteller. Wer beim „Tag der offenen Tür“ auf den Geschmack gekommen ist, ist herzlich eingeladen, bei den Festspielen aktiv zu werden - egal ob vor oder hinter der Bühne. Insbesondere suchen die Breisacher Theatermacher noch männliche Darsteller zwischen 20 und 40 Jahren. Informationen und alle Kontaktdaten gibt es im Internet unter www.festspiele-breisach.de.