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    Der Breisacher Seniorenbeirat stellt das Projekt Bürgerbus vor

     

    Bei der Stadt „offene Türen eingerannt“

    In Bad Krozingen gibt es ihn schon und wenn es nach dem Seniorenbeirat geht, soll auch die Stadt Breisach Ende des Jahres einen Bürgerbus bekommen. Nachdem der Stadtrat den Antrag auf Einführung einer vereinsmäßig organisierten Buslinie im vergangenen Jahr einstimmig befürwortet hatte, stellten Ernst Kopp, Michael Mros und Günter Hercher zusammen mit Breisachs Bürgermeister Oliver Rein das ehrgeizige Projekt der Öffentlichkeit vor. Die neue Buslinie soll die bereits vorhandenen Stadtbusse ergänzen und vor allem auch den Münsterberg anfahren.
    Mobilität ist wichtig, gerade auch für ältere Menschen. Dies gab zu Beginn des Jahres 2010 für den Breisacher Seniorenbeirat den Anstoß, über die Einführung eines Bürgerbusses nachzudenken. Rund 150 Bürgerbusvereine gibt es in Deutschland. Jedoch nur ganze sieben davon in Baden- Württemberg. Einen davon glücklicherweise im nahegelegenen Kurort Bad Krozingen. So lag es auch für die Aktiven des Seniorenbeirates nahe, sich vor Ort über das Wie einer von Bürgern für Bürger organisierten Buslinie zu informieren. In Zusammenarbeit mit Bad Krozingens Bürgermeister Dr. Ekkehart Meroth und der Geschäftsführerin des Bürgerbusvereins, Stephanie von Detten, wurden zunächst Probefahrten unternommen und schließlich nach und nach auch alle Details erörtert, die zur Gründung eines Bürgerbusvereins und zur Unterhaltung einer nicht- kommerziellen Buslinie notwendig sind.
    „Ein tolles Beispiel für interkommunale Zusammenarbeit“, begrüßte Bürgermeister Oliver Rein die tatkräftige Mithilfe der Nachbargemeinde, „Bad Krozingen greift uns hier sehr unter die Arme!“
    Überhaupt, so Rein, haben die Mitglieder des Seniorenbeirates mit ihrem Anliegen bei der Stadt „offene Türen eingerannt“. Zwar sei die ÖPNV- Versorgung in Breisach mit den beiden Stadtbuslinien bereits auf einem sehr hohen Niveau, aber „der Feind des Guten ist nun mal das Bessere“.
    Besonders der Nordwesten der Stadt wie Wald- und Isenbergstraße, aber auch die Wohngebiete zwischen Meisennest und Christmannsweg sowie Hansjakob-, Halbmond- und Rosmannstraße soll die geplante Linie 3 zwischen 9 Uhr 30 und 17 Uhr 30 anfahren. Im Zentrum der Busversorgung steht aber der Münsterberg, der gerade für ältere Mitbürger schwer zu erklimmen ist. Allein an der Radbrunnenallee sind zwei Haltestellen geplant, erläuterte Michael Mros.
    Während die Stadt sich um die Konzession für den Busbetrieb, die Anschaffung und Wartung der Fahrzeuge, Verwaltung und Abrechnung und die Einrichtung der Haltestellen so wie der Fahrpläne kümmern wird, fallen die Fahrersuche- und Ausbildung, die Sponsorenrekrutierung und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Fahrereinteilung in den Zuständigkeitsbereich des Bürgerbusvereins. Dieser, so Michael Mros, soll nun möglichst zeitnah gegründet werden. Voraussetzung für das Zustandekommen der neuen Buslinie ist allerdings, dass sich genügend ehrenamtliche Busfahrer finden. Mindestens 20 Freiwillige werden gebraucht, um einen regelmäßigen Fahrbetrieb aufrecht zu erhalten. Als Busfahrer oder Busfahrerin kommt jeder engagierte Mensch vom 21. bis zum 70. Lebensjahr in Frage, der im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis der Klasse B (PKW) ist. Beim Erwerb des notwendigen Fahrgastbeförderungsscheines sowie bei allen anderen Formalitäten helfen die Aktiven des Vereins. Auch Kosten entstehen den angehenden Busfahrern natürlich nicht.
    Auf einem großen Informationsabend, der am 23. Januar um 19 Uhr in der Stadthalle stattfindet, können sich alle am Projekt interessierten über den Bürgerbus informieren, dem Verein beitreten oder sich als Busfahrer anmelden. Die Idee Bürgerbus steht und fällt einzig mit dem Engagement jedes einzelnen Bürgers. Die Benutzung der Buslinie wird mit der Regiokarte oder einem normalen Einzelfahrschein möglich sein. Wer nur die Linie 3 nutzen möchte, zahlt einen geringeren Fahrpreis. Während es bei Haltestellen und Fahrkarten zugeht, wie bei den gewerblichen Buslinien, stehen bei der Linie 3 Kontaktfreude, ein offenes Ohr und viel Humor mit auf dem Fahrplan. Das vertraute Schild „Während der Fahrt nicht mit dem Fahrer sprechen“ wird man im neuen Bürgerbus vergeblich suchen.




    Wenn Breisach eine Bürgerbuslinie erhält, so kann man auf die Unterstützung und die Erfahrung der Nachbarn aus Bad Krozingen zählen.

     

     

     


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